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EINFÜHRUNG 6. TEIL
Kein Chatbot leibt und lebt
Ähnlich wie in der Elementarteilchenphysik konnte auch die Geschlechtswissenschaft im 20. Jahrhundert ein klassisches Modell differenzieren. Zwar kam kein Elementarteilchenzoo in den Fokus, man fand aber viele Befunde, die die Vielfalt von Geschlecht bezeugen und das Mann-Frau-Modell zu einfach gestrickt ist.. Geschlecht ist zu einem markanten und hochdifferenzierten Thema in vielen Wissenschaftszweigen geworden, wie folgende Beispiele veranschaulichen.
Beginn bei Adam und Eva?
Theolog:innen haben erstaunliches über die Bibel zu berichten: Da wird z.B. intensiv diskutiert, ob Adam wirklich für das männliche Geschlecht steht. Renommierte Bibelwissenschaftler wie Michaela Bauks hegen da Zweifel: Der hebräische Name „Adam“ hat. so Bauks, vielfältige Bedeutungen: Mann, Mensch, Menschheit oder Jemand. Schliesst dies aus, dass Adam androgyn, als eine männliche-weibliches Wesen war und/oder dies symbolisiert? Stefan Schorch hat die These aufgestellt, dass Adam androgyn gewesen sein muss: „Erst als Gott dem Wesen eine ganze Seite entnimmt – und nicht nur eine Rippe wie meist übersetzt wird – und erst da entstehen Mann und Frau, oder wie Luther es übersetzt „Mann und Männin“. Das Wesen vorher war offenbar zwittrig, androgyn oder intersexuell“1).
Ich kenne einige konservativ eingestellte Menschen, die Fragestellungen wie „War Jesus schwul?“ schaudern lässt. Charlotte Fonrobert von der Stanford University gibt zu Bedenken: „Man muss gar nicht so weit gehen, zu sagen, das Jesus selber, die Person Jesus selber queer oder schwul oder homosexuell war, aber einfach das Phänomen, dass hier ein jüdischer Mann mit seinen 12 Jüngern durch die Gegend, durch Galiläa pilgert, fällt ja auch aus dem normativen sozialen Rahmen.“2).