gesundheit_trans_personen_china

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 Das Paper ist ein [[https://dghce.de/wissen/scoping-review/|Scoping-Review]], welches Ursachen, Wirkung und mögliche Lösungsansätze thematisiert. \\ Das Paper ist ein [[https://dghce.de/wissen/scoping-review/|Scoping-Review]], welches Ursachen, Wirkung und mögliche Lösungsansätze thematisiert. \\
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 +===== Die konkrete Studie: Schlechte psychische Gesundheit bei Personen mit Geschlechtsinkongruenz in China =====
  
 +Die Situation von Menschen mit Geschlechtsinkongruenz in China ist schwierig. Gemäss dieser Übersichtsarbeit sind diverse Umstände dafür verantwortlich:  
 +  * Traditionelle chinesische Wertvorstellungen in Familie und Gesellschaft sehen Geschlechtsvarianten nicht vor.  
 +  * Es bestehen kaum Anti-Diskriminierungs-Regeln in den Schulen und anderen sozialen Settings.  
 +  * Änderung von Vornamen und Personenstand sind nur nach geschlechtsangleichender Operation möglich.  
 +  * Die meisten Kosten für geschlechtsangleichende Massnahmen werden durch das Gesundheitssystem nicht vergütet.  
 +  * Dies führt zur Inanspruchnahme von Leistungen im illegalen Bereich und gesundheitsgefährdenden Selbstmassnahmen. 
 +In Anbetracht dieser Umstände hat die Studie die bestehende Literatur zur psychischen Gesundheit dieser Menschen untersucht. Die Zahl an depressiv Erkrankten liegt in dieser Population zwischen 32 – 54.5 %, diejenige mit Angststörungen bei 28.5-51 %. Dabei sind trans Frauen im Vergleich mit anderen geschlechtsinkongruenten Personen am häufigsten betroffen. Gelegentliche Geschlechtspartner, Diskriminierung durch Freunde und Fehlen von sozialem Support sind häufige prädiktive Faktoren. 
 +Auch Suizide sind häufig. 11.1 – 25.7 % der Personen unternahmen einen Suizidversuch und bei 12.7-50% lagen ernsthafte Suizidgedanken vor. Suizidalität war bei geschlechtsinkongruenten Jugendlichen deutlich höher als bei gleichaltrigen Cis-Personen und bei Transfrauen höher als bei Transmännern. Prädisponierende Faktoren waren Grundschulabschluss, Heirat, Scheidung oder Trennung, starke Konflikte mit den Eltern, und Gewalterfahrung.\\ 
 +Ein weiteres häufiges Problem ist ausgeprägter psychologischer Stress und posttraumatisches Stresssyndrom. Ersteres wurde von 43.6 % der Transfrauen und letzteres von 24 % berichtet. Über 27% von geschlechtsvarianten Personen wurden Opfer von Diskriminierung oder Gewalt im öffentlichen Raum und über 50% wurden beleidigt oder gemobbt in der Kindheit. Besonders hoch ist auch hier die die Rate von psychischer oder physischer Gewalterfahrung bei Transfrauen mit 59.1 %.\\ 
 +Es werden auch schützende Faktoren erwähnt.  
 +  * Dies sind vor allem sozialer Support (auch online),  
 +  * Gebrauch von Weibo (chinesische Version von Twitter),  
 +  * Resilienz und  
 +  * Unterstützung durch Peers. 
 +Als wichtige Massnahme zur Verbesserung der Situation wird sodann vorgeschlagen, adaptierte Richtlinien zur medizinischen und psychologischen Betreuung von geschlechtsinkongruenten Personen zu erstellen und eine Sensibilisierungs- und Ausbildungsoffensive für alle beteiligten Spezialisten im Gesundheitswesen zu starten.\\  
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 +**//Autorin: Michelle Egloff//**\\ 
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 +==== Liste der QueerWiki-Einträge ==== 
 +[[:inhaltsverzeichnis|Übersicht über alle Artikel]]
  
  
  
  • gesundheit_trans_personen_china.1710339065.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2024/03/13 15:11
  • von c.haupt